Happiness

DIE MALEDIVEN SIND BALD GESCHICHTE

Vielleicht habt ihr mitbekommen, dass ich die letzte Woche auf den wunderschönen Malediven verbringen durfte und mir dort etwas Zeit zum Abschalten gegönnt habe. Falls ihr wissen möchtet wo wir gewohnt haben und auf was ihr achten könnt, könnt ihr bei diesem Blogpost vorbeischauen. Hier möchte ich allerdings auf ein Thema eingehen, welches mich während unseres Aufenthaltes ziemlich traurig gemacht hat.

Bei unseren drei Schnorchelausflügen während unseres Urlaubs ist uns eines aufgefallen: die Korallenriffe rund um die Malediven sind alle tot. Das einzig Farbige, was man unter Wasser gesehen hat, waren die zahlreichen und wunderschönen Fische.

Die Meeresbiologin des Resorts, mit der wir unterwegs waren, hat meine Vermutung bestätigt und erzählt, dass vor allem durch die starke Hitze der vergangen Jahre mehr als 60% der Riffe „ausgebleicht“ sind. Theoretisch können sich diese auch wieder erholen, allerdings ist dies durch die steigende globale Erderwärmung eher unwahrscheinlich, wenn wir nicht alle bald etwas dagegen unternehmen. Die Riffe um die Malediven sind nicht die einzigen die dadurch betroffen sind, auch das berühmte Great Barrier Reef wird nie wieder so sein wie es vor zehn Jahren war. Ich weiß nicht ob ich jemals ein farbenfrohes, lebendiges Korallenriff bewundern darf, welches man aus den Bildern kennt. Es macht mich traurig so viele negative Entwicklungen auf unseren schönen Planten zu erleben und ich hoffe wirklich wir können noch irgendwie die Kurve kratzen bevor es in einer Katastrophe endet von der wir uns nicht mehr erholen können.

Was gefährdet unsere Weltmeere?

Überfischung – laut WWF Statistiken sind mindestens ein Drittel der weltweiten Fischbestände überfischt und wenn es so weitergeht, können sich diese nicht mehr davon erholen. 58% der Fischbestände sind schon „maximal genutzt“, also wenn man diese noch weiter fischt sind sie auch überfischt. Überfischung ist grob gesagt wenn mehr Fische aus dem Mehr gefischt werden, als reproduziert werden können. Wusstet ihr zum Beispiel, dass in der EU mehr als 50% des verkauften Fisches importiert werden (zu 2/3 aus Entwicklungsländern)? Und „sad fact“: Die Fischbestände im Mittelmeer sind schon zu 93% überfischt! Weiters werden mit zweifelhaften Fischfang-Praktiken die Meeresböden zerstört (Schleppnetze), rund 40% aller gefangenen Fische wieder zurück ins Meer geworfen wo sie meist sterben (Beifang) und 30% des gefangenen Fischs illegal gefangen (Piraterie).

Aquakulturen – Fische werden natürlich nicht nur wild gefangen, sondern auch in Massen gezüchtet. Ähnlich wie bei der Massentierhaltung von Rind, Schwein, Huhn & Co ist es auch bei Fischen: Wo viele Fische auf einem Raum sind, kommt es zu Krankheiten und in Folge dessen zum Einsatz von Antibiotika. Und diese Antibiotika landen schlussendlich im Meer.

Plastik / Müll – ist eine der Hauptursachen vom Sterben im Meer. Angefangen von Schildkröten bis hin zu riesigen Pottwalen verwechseln die Meeresbewohner Plastiktüten, Strohhalme & Co mit Algen und fressen sie anschließend. Immer wieder wird in den Mägen von gestrandeten Tieren Plastikmüll gefunden, den sie nicht verdauen können. Und obwohl der Magen voll ist verenden die Tiere ironischer Weise vor Hunger. Ihr kennt auch sicher die Fotos von missgebildeten Schildkröten, die in einen Plastikring stecken geblieben sind und dann in diesen reingewachsen sind. Oder Bilder von Fischen, die sich in Plastiknetzen verfangen haben oder die Strohhalme verschluckt haben.

CO2 – Kohlendioxid in der Luft übersäuert unsere Meere. Wird das Meer durch die steigenden CO2 Werte „sauer“ können viele Meeresorganismen nicht überleben und lösen sich wortwörtlich auf. Das bedeutet eine Bedrohung für Millionen von Menschen.

Globale Erderwärmung – Momentan ein heiß umstrittenes Thema, nachdem es von so vielen namhaften Politikern verleugnet wird. Die Erderwärmung verursacht nicht nur das Sterben der Riffe, sondern auch das Schmelzen der Arktis und somit einen steigenden Wasserspiegel, was vor allem für Inseln wie die Malediven ein Ende bedeutet würde.

 

Warum ist sind die Weltmeere so wichtig für uns?

Die Weltmeere bedecken ca. 70% der Erdoberfläche und produzieren ungefähr die Hälfte des Sauerstoffs in der Luft. Die Ozeane können CO2 binden und so zur Stabilisierung des Weltklimas beitragen. Hätten wir keine Ozeane, wäre der CO2 Gehalt in der Atmosphäre um bis zu 50% höher. Allerdings trägt das im Meer aufgenommene CO2 dazu bei, dass die Ozeane „versauern“ was unter anderem den Aufbau von Kalkskeletten verhindert. Das betrifft unter anderem wichtige Arten wie Schnecken, Muscheln, Seesterne, Korallen oder auch Plankton, von denen viele Meerestiere abhängig sind. Steigt der CO2 Gehalt an, kann es sogar zur Auflösung des Kalks kommen, was dazu führen würde das die Grundnahrungsmittel vieler Meeresbewohner verschwinden würden. Außerdem arbeiten über 800 Millionen Menschen in der Fischindustrie und sind somit Abhängig von ihr.

Die Weltmeere nehmen einen beachtlichen Teil der Sonnenwärme auf und geben diesen nur langsam ab, indem das Wasser verdampft. Funktioniert diese wichtige Aufnahme nicht mehr, steigen die Temperaturen in Folge dessen stark an.

Die Weltmeere sind also nicht nur für die Bewohner wichtig, sondern auch für alle Lebewesen an Land. Unser aller Leben hängt von intakten Ozeanen ab.

 

Was können wir dagegen tun?

  1. Auf Plastik so weit als möglich zu verzichten, wir brauchen nicht die 100te Plastiktüte und Wasserflasche. Denkt an Alternativen, habt immer eine Glasflasche dabei aus der ihr trinken könnt und achtet beim Einkaufen darauf, wie die Produkte verpackt sind.
  2. Ressourcen schonen: Produkte vermeiden die aus nicht nachwachsenden Rohstoffen sind oder die nicht in der Natur abgebaut werden können. Beispiel: Erdöl und Erdölprodukte sind in zahlreichen Kosmetika enthalten.
  3. Die vegane Ernährung: Alleine der Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte trägt schon zu einem viel geringeren CO2 Ausstoß bei. Die Tierhaltung benötigt außerdem eine unfassbare Menge an Wasser, setzt nach wie vor Antibiotika in rauen Mengen ein was zu Antibiotika-Resistenzen führen kann und ist ethisch eigentlich nicht vertretbar. Außerdem, warum sollten wir Unmengen Pflanzen an Tiere verfüttern nur um ein paar Kilo Fleisch zu erhalten, wenn diese Pflanzen uns Menschen direkt ernähren können?

 

Filmtipps:

In diesem Artikel kratze ich nur ein wenig an der Oberfläche des vielschichten Problems, das unsere Weltmeere betrifft. Ich möchte euch ans Herz legen, euch noch ein bisschen mehr darüber zu informieren und kann euch folgende Dokumentationen empfehlen:

Before The Flood – Die Dokumentation von und mit Leonardo DiCaprio wurde kurz vor den US-Präsidentenwahlen veröffentlicht und setzt sich mit den Folgen und Ursachen der globalen Erderwärmung auseinander.

Cowspiracy – Eine meiner absoluten Lieblingsdokumentationen, da sie die Folgen der industriellen Massentierhaltung und die Auswirkungen auf unsere Umwelt behandelt.

Abgefüllt – Eine interessante Dokumentation die sich um Trinkwasser als Grundrecht der Menschen dreht. Ebenso wird die Produktion und Nutzung von Plastikflaschen näher erläutert und in Frage gestellt.

Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Dokumentation, die ich noch nicht gesehen habe. Ich bin euch dankbar wenn ihr noch ein paar gute Filmtipps habt und sie hier posten könnt, damit nicht nur ich, sondern auch alle Leser sich noch genauer über dieses wichtige Thema informieren können. Danke euch!

Ich und die gut getarnte Schildkröte 😉

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1 Comment

  • Reply
    MALEDIVEN - THE GOOD AND THE BAD - JAY ROX
    14.02.2017 at 17:55

    […] kann wie unser Planet nach und nach soviel von seinen einzigartigen Naturwundern verliert. Hier habe ich mehr dazu geschrieben wenn euch dieses Thema […]

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